revido.de – nach Abmahnung immer noch ohne mich!

Da bin ich doch heute damals in am vorletzten Tag vor Silvester über einen Referer-Link in den Logs gestolpert, der mich zu einem Forum (webhosting-opfer.de die Webseite gibt es nicht mehr) führte, in dem unter anderem über die Sperr- und Abmahn-Praktiken der Webhosting-Firma Revido berichtet wird wurde. In dem Forumsbeitrag ( “meine geschichte oder die des forums von charmedforever” – existiert auch nicht mehr) wird wurde ein Schreiben der Webhosting-Firma REVIDO wie folgt zitiert:

Absender: Support
Nachricht:
Sehr geehrter Kunde ,

danke für Ihre Antwort. In Ihrem Fall wurde eines Ihrer Scripte für den
illegalen Mailversand missbraucht.
Es wurden unverifizierte Daten über ein Formular ( POST / GET ) an die
mail() weitergereicht.
Dies stellt eine erheblche Sicherheitslücke dar.

Da Sie gemäss deutschem und unseren AGB für den sicheren Bertrieb

Ihrer Webseite verantwortlich sind,
ziehen wir Sie zur Rechenschaft.

Forderungen welche gegen Sie geltend gemacht werden können Sie eventuell an
den Scripthersteller weiterreichen.
Bitte kontaktieren Sie hierzu Ihren Rechtsbeistand.

https://www.stephan-hertz.de/blog/archives/formmailer-spam-missbrauch-wie-verhindern.html
————————————

Sie finden diese Mitteilung auch im Kundenbereich.

http://www.revido.de/kundenbereich

Vielen Dank das Sie sich für Revido entschieden haben!

Mit freundlichen Grüssen
Revido Support

Im ersten Moment fühlte ich mich sehr wohl geschmeichelt! “Eine Webhosting-Firma verweist auf einen Artikel von mir, nice!” – dachte ich! Doch als ich dann nachgelesen habe, worum es in dem geht, wurde mir mehr und mehr “anders”…

Auch wenn ich es jetzt nicht genau nachgezählt habe, so geht ging doch “augenscheinlich” eine Mehrzahl der Beiträge um eben jene Firma Revido – allesamt mit sehr negativem Beigeschmack. Von Abzocke (im Sinne von Knebelverträgen/-klauseln) und Datenverlust wird wurde berichtet, von hohen Rechnungen und jeder Menge Ärger.

Nachdem ich einige in dem nachgelesen habe hatte, stieß ich auf die URL www.revido-opfer.de. Anscheinend ein ehemaliges Forum, das sich ebenfalls mit der Firma REVIDO beschäftigt hatte. Dazu las ich folgenden Beitrag:

Andy musste wegen einer einstweiligen Verfügung das Forum “Revido-Opfer.de” schließen.
M.H. war so lustig und hat sich den Domain-Namen “geholt” und auf seinen Webhoster umgeleitet Laughing Ich finds prima, somit wissen die potentiellen neuen Kunden, auf was sie sich eventuell einlassen, wenn sie bei R… hosten. Denn der Name Revido-Opfer kommt ja nicht von ungefähr…

Quelle: “Kennt ihr schon den Hoster www.revido-opfer.de?” (Auch diese Quelle existiert inzwischen nicht mehr!)

Darauf hin habe ich mal etwas nachgeforscht und bin in den AGB der Firma REVIDO auf folgenden Paragraphen gestoßen:

Die AGB der Firma revidio.de lauten unter Punkt 7 wie folgt:
(inzwischen stark verändert – siehe unten)

7. Pflichten des Kunden

Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben
Homepages dürfen keine Informationsangebote mit rechtswidrigen Inhalten enthalten oder auf solche verweisen. Hierzu zählen insbesondere Informationen und Darstellungen, die

1. den Krieg verherrlichen
2. zum Rassenhass aufstacheln
3. Gewalttätigkeiten gegen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt (§ 131 StGB)
4. Gewalttätigkeiten, die den sexuellen Missbrauch von Kindern oder sexuelle Handlungen von mit Tieren zum Gegenstand haben (§ 184 Abs. 3 StGB).

Bei Inhalten, die unter das Gesetz zum Schutz vor jugendgefährdenden Schriften fallen oder offensichtlich geeignet sind, oder Jugendliche sittlich schwer zu gefährden oder in ihrem Wohl zu beeinträchtigen, ist durch technische Vorkehrungen oder in sonstiger geeigneter Weise Vorsorge zu treffen, dass die Übermittlung an oder Kenntnisnahme durch nicht volljährige Nutzer ausgeschlossen ist.

Die nationalen und internationalen Urheberrechte sind zu beachten.

Bei Verstößen gegen die in den vorgenannten Punkten aufgeführten Pflichten, sowie bei begründeten erheblichen Zweifeln an der Rechtmäßigkeit der eingestellten Inhalte ist die Revido Ltd. berechtigt, die Homepage unverzüglich unter Ausschluss von eventuellen Schadensersatzansprüchen des Nutzers zu sperren. Weiterhin zahlt der Kunde an Revido Ltd. eine Vertragsstrafe in Höhe von 250,00 € in jedem Fall des Verstoßes gegen Vertragspflichten. Der Fortsetzungszusammenhang ist ausgeschlossen.
Darüber hinaus ist der Kunde verpflichtet, sämtliche Kosten, die der Revido Ltd. durch sein Fehlverhalten bei Bezahlungvorgängen oder Verstössen gegen die AGB entstanden sind, als Schadensersatz der Revido Ltd zu erstatten. Dies betrifft zum Beispiel Rücklastschriften bei Kreditkartenzahlung oder elektronischem Lastschriftverfahren und Accountsperrungen.

Jeder Nutzer ist verantwortlich für die Inhalte die unter seiner Domain publiziert werden. Der Nutzer haftet bei Verletzungen gegenüber Dritten selbst und unmittelbar.

Das nenne ich mal “Knebel-Bedingungen” :-D

Nach dieser Formulierung kann ich jederzeit Daten des Kunden löschen, sobald ich auch nur den kleinsten Fehler im Umgang mit dem Urheberrecht vorfinde und kann dann auch noch eine Rechnung über 250,- € stellen!
Ein einziger Satz zitiert ohne Quellenangabe würde auslangen, um diesen Sachverhalt zu begründen (soweit mich mein Rechtsverständnis nicht täuscht). Das ein deutsche Gericht in einem solchen Falle wegen Bagatelle nicht ein mal tätig werden würde (solange es sich um einen Satz handelt – die tatsächliche Grenze ist mir nicht bekannt), sagt mir mein Rechtsverständnis auch.

Fazit: Ich habe nichts mit REVIDO zu tun (und will auch gar nicht mit der Webhosting-Firma REVIDO in Verbindung gebracht werden. Da wird dann wohl Anfang der Woche mein Anwalt was zu tun bekommen….

UPDATE: 10. Dezember

Herr Haubold von Revido hat sich telefonisch wie auch per eMail bei mir gemeldet und bittet um die gänzliche Entfernung dieses Eintrags. In den inzwischen immerhin 54 Kommentaren seinen unhaltbaren Anschuldigungen (unter anderem “Er sei ein Betrüger”), vorgebracht worden und bei drei oder vier Einträgen – unter anderem oben genannten Betrugsvorwurf – muss ich ihm voll und ganz geben. Was mit den restlichen 50 Kommentaren geschehen wird, werde ich juristisch überprüfen lassen – die sind vorläufig erst einmal “ausgeblendet”…

UPDATE: 30.06.2011

Ich wurde am 25.06.2011 von Revido wegen dieses Blogeintrags abgemahnt. Ich werde diesen Eintrag nicht löschen. Revido hat mich durch Nennung in ihren Emails mit ihnen in Verbindung gebracht und ich möchte mich weiterhin von Revido distanzieren.

Es bleibt Folgendes festzustellen:

Es gab zu diesem Zeitpunkt in den Foren webhosting-opfer.de und revido-opfer.de eine Vielzahl von Beiträgen zu Revido, die die plötzliche Löschung von Webseiten, die mit  Urheberrechtsverstößen, Mailformularmissbrauch und Verbreitung von Schadsoftware begründet wurden, kritisierten. Darüber hinaus wurde die damit verbunden Vertragsstrafe oder Gebühr bemängelt. Außerdem gab es kritische Stimmen über die des Hosters, nach der es keine versteckten Kosten gäbe und dass dann Gebühren für gewisse Änderungen erhobenen wurden. Es wurde auch darüber diskutiert, ob Revido erst durch die Vertragsstrafen die günstigen Preise finanzieren könne.

Es gab dort diffamierende Äußerungen und nicht bewiesene Behauptungen aller Art. Mit der Frage, inwieweit die Vorwürfe gerechtfertigt gewesen sein mögen, beschäftigen sich nach wie vor kritische Beiträge aus dem Jahr in diversen Foren z.B. board.gulli.com, onlinekosten.de oder webhostlist.de.

Mir liegt eine Aussage des Geschäftsführers von Revido vor, nach der Revido in den Jahren 2005/06 häufig Schwierigkeiten mit Kunden gehabt hätte, die illegales oder urheberrechtlich geschütztes Datenmaterial auf ihren Servern ablegt hätten. Nach Aussage des Geschäftsführers kam es dadurch oft dazu, dass von offizieller Seite (Carrier, IP-Providern, Polizei, Staatsanwaltschaft, LKAs usw.) ganze Server und IPs tagelang abgeschaltet worden seien.

Ich will gar nicht mit den Einzelheiten dieses Konflikts zwischen Revido und aufgebrachten Kunden beschäftigen. Mein Artikel sollte im Jahr ausschließlich der Distanzierung von Revido dienen. Immerhin hatte Revido auf meinen Blog verlinkt.

Eine erneute Suche im Web hat keine aktuellen kritischen Äußerungen über das Verhalten von Revido ergeben. Insofern gehe ich davon aus, dass sie jetzt umsichtiger und kundenfreundlicher vorgehen und die damalige Kritik aus Anfangsschwierigkeiten resultierte?

Die AGBs der Firma wurden geändert (Revido AGB) – eine Vertragsstrafe wird nicht mehr in allen Fällen fällig…