Streitpunkt: Frikadellen-Diebstahl – alles nur ein Bagatelle?

Der Fokus tituliert in der Kolumne von Harald Schmidt mit “Kündigungsgrund Frikadelle“, im Stern heißt es “Wenn eine Frikadelle den Job kostet“, doch im Grunde geht es bei der aktuellen Diskussion doch nur um eine einzige Frage: “Ab wann ist ein Diebstahl ein Diebstahl und keine Bagatelle mehr?”

Der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, Michael Groschek, forderte am Mittwoch die Rücknahme der Kündigung. “Wir dürfen nicht dulden, dass Manager trotz Fehlspekulationen in Millionenhöhe dicke Abfindungen kassieren und kleine Leute wegen eines Wurstbrötchens auf die Straße gesetzt werden”, sagte er. Dies sei “unmenschlich und unmoralisch”. Groschek forderte die Mitgliedsunternehmen des Verbandes auf, Druck auf die Verantwortlichen auszuüben.

Stellt sich natürlich die Frage, was der Geschäftsführer des “Bauverband Westfalen in Dortmund” mit einem Bank-Manager gemein hat – außer die Bezeichnung “Manager”? Langt die bloße “Simplifizierung” der Berufsbezeichnung, um von einem Menschen auf den anderen zu schließen? Nein, so leicht, wie es sich der “SPD-Sekretär” hier machen will, ist es nicht!

Welche Grenzen für Diebstahl gibt es? Ab wann tut es “weh”?

  1. Eine 1-Euro-Münze?
  2. Ein Brötchen?
  3. Ein “hunderter”?
  4. Eintausend Euro?
  5. Ein ganzes Auto?

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Abmahnwelle – prominentes Opfer eines deutschen Richters: wikipedia.de

Was sich deutsche Richter und Gerichte derzeit erlauben, ist echt ein Hammer! Nach der Direktorin des Sozialgerichts Bremen sorgt nun das Amtgericht Berlin für Wirbel. Seit heute ist auf www.wikipedia.de folgendes zu lesen:

Domain wikipedia.de derzeit außer Betrieb

Liebe Freunde Freien Wissens,

durch eine vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 17. Januar 2006 erwirkte einstweilige Verfügung wurde dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. untersagt, von dieser Domain auf die deutschsprachige Ausgabe der freien Enzyklopädie Wikipedia (wikipedia.org) weiterzuleiten.

Wir lassen derzeit durch unsere Rechtsanwälte alle möglichen Schritte prüfen, um Ihnen schnellstmöglich wieder einen unkomplizierten Zugang zur freien Enzyklopädie Wikipedia zu bieten. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen bis auf Weiteres keine weiteren Stellungnahmen in dieser Sache abgeben werden.

Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.
Berlin, 18. Januar 2006

Hintergrund der einstweiligen Verfügung ist die Nennung des Reallife-Namens des Hackers Tron auf einer von über 100.000 Seiten. Die Klage, die zu der einstweiligen Verfügung führte, wurde von den Eltern Trons eingereicht. Der Witz bei der Angelegenheit: Wie der Markenblog berichtet Marke TRON – zur wikipedia.de Abschaltung ist „Tron“ als Marke registriert worden:

Der Hacker Tron ist im Oktober 1998 in Berlin gestorben. Am 27.08.1999 wird die Wortmarke TRON (Registernummer 39952658) angemeldet. Die Marke beansprucht Schutz in den Nizzaklassen 38, 39 und 42 für die Dienstleistungen:
Telekommunikation; Veranstaltung von Reisen; wissenschaftliche und industrielle Forschung; Erstellen von Programmen für die Datenverarbeitung

Inhaber der Marke ist Herr Ivo Floricic aus Berlin. Laut wikipedia.org ist Floricic auch der Nachname Trons.

Sind die Leute einfach nur zu unwissend, was solche Eingriffe in des Internet auslösen, oder handelt es sich in diesem Fall um eine wohl überlegte Marketing-Strategie und unsere Gerichte lassen sich verantwortungslos mit hineinziehen?

Shopblogger oder wer mahnt mich ab?

Nach dem Streß zum Jahreswechsel mit dem Sozialgericht Bremen kann man Shoppblogger nur noch gratulieren! Wenn das mal nicht ein gewaltiger Erfolg ist: Traffic-Rank Shopblogger bei Alexa.

Bei dem Traffic kann man eigentlich nur neidisch werden, aber auf den (ersten) Schock sei es Dir gegönnt!

So kommen wir also zu etwas wirklich wichtigem:

Wer mahnt mich mal ab? ICH WILL AUCH!!!! :-D